OTC-Märkte

Was sind OTC-Märkte?

Auf OTC-Märkten (Over The Counter) können Finanzinstrumente gehandelt werden, die nicht an den geregelten Märkten notiert sind.

Im Allgemeinen handelt es sich um Aktien oder Anleihen von Unternehmen, die die Voraussetzungen für eine Notierung an einem geregelten Markt nicht erfüllen und deshalb als "unlisted" gelten. Auf den OTC-Märkten können diese Wertpapiere zwischen Privatanlegern gehandelt werden, und zwar über Broker/Dealer, die gewöhnlich als Vermittler fungieren.

Diese Märkte sind also "nicht reguliert". Dies bezieht sich nicht auf die Aktivitäten der Broker/Dealer, die auf jeden Fall der Aufsicht der NASD (der SEC übergeordneten Behörde) unterstehen, sondern auf die Qualität der gehandelten Wertpapiere, die nicht kontrolliert und auch nicht z.B. von der Nyse oder Amex garantiert werden.

Unterschiede zu den regulierten Märkten

Neben den üblichen Risiken, die mit jeder Finanzanlage naturgemäß verbunden sind, liegen die größten Risiken für eine Anlage auf den OTC-Märkten in der hohen Volatilität der wenig gehandelten Finanzinstrumente, die somit eine große Geld-Brief-Spanne aufweisen, sowie vor allem in der fehlenden Garantie für die tatsächliche Existenz und Echtheit der gekauften Wertpapiere.

Obwohl die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC auf ihrer Internetseite unter der Bezeichnung EDGAR eine eigene Datenbank eingerichtet hat, mit dem erklärten Ziel, "die Effizienz und Transparenz der Finanzmärkte zugunsten der Anleger, der notierten Unternehmen und der Wirtschaft im Allgemeinen zu erhöhen, indem zeitsensible Informationen, die der Behörde von den Unternehmen mitgeteilt werden, schneller erhalten, angenommen, verbreitet und analysiert werden", sind zuverlässige Informationen über OTC-Aktien nach wie vor nur sehr schwer zu bekommen.

Hauptmärkte

Die wichtigsten Handelsmöglichkeiten für OTC-Papiere bieten:

das Bulletin Board (OTC BB), ein elektronisches Handelssystem für nicht an der Börse notierte Aktien und Finanzinstrumente, die nicht Bestandteil der Nasdaq sind;

die Nasdaq, die über ein eigenes Segment für OTC-Aktien verfügt. Neben Aktien börsennotierter Unternehmen, die den Compliance-Regeln unterliegen, ermöglicht die Nasdaq auch den Handel mit einer gewissen Anzahl von Aktien nicht börsennotierter Unternehmen.

Das National Quotation Bureau veröffentlicht das Pink Sheet für OTC-Aktien und das Yellow Sheet für nicht börsennotierte Unternehmensanleihen. Dabei handelt es sich um elektronische Listen, die täglich mit den Kauf- und Verkaufspreisen aktualisiert werden und auf die sich normalerweise die Broker beziehen, wenn sie einen OTC-Kauf- oder Verkaufsauftrag erhalten.