Derivate und Future-Kontrakte

Der Future-Kontrakt gehöhrt zu den Derivate (Terminkontrakte, Futures, Optionen, Swaps). Es handelt sich hierbei um Finanzinstrumente, deren Preis von der Entwicklung anderer Werte, den sogenannten "Basiswerten", abhängt. Letztere können unterschiedlicher Natur sein: Rohstoffpreise (z.B. Weizen, Kaffee, Kakao, Erdöl), Aktien- oder Anleihenkurse, Börsenindizes, Währungen usw.

Derivatekontrakte werden auf speziellen Märkten gehandelt, die über ähnliche Handelsmodalitäten wie die Aktienmärkte verfügen (mit Orderbuch usw.). Zu den Bekanntesten zählen CME, EUREX, IDEM, CBOE, CBOT usw.

Die Instrumente werden zu drei verschiedenen Zwecken verwendet: Um Absicherungs-, Spekulations- oder Arbitrage-Geschäfte zu tätigen. Bei Spekulationsgeschäften bestehen dank der Hebelwirkung sowohl beträchtliche Verlustrisiken als auch erhebliche Gewinnchancen.

Future-Kontrakt

Ein Future-Kontrakt ist die vertragliche Verpflichtung zum Verkauf bzw. Kauf eines Basiswerts zum am Ende einer festgelegten Laufzeit geltenden Marktpreis. Wird der Kontrakt bis zur Fälligkeit gehalten, streicht man entweder den Gewinn oder den Verlust ein, der sich aus der Differenz zwischen dem jeweiligen Marktpreis zur Eröffnung der Position und zum Verfall des Kontrakts ergibt.

Zum Kauf bzw. Verkauf eines Future-Kontrakts muss nicht der gesamte Gegenwert des Basiswerts, sondern nur eine "Marge" gezahlt werden, die über eine feste oder auch variable Höhe verfügt und üblicherweise rund 10-20% des Gegenwerts entspricht.

Bei Future-Kontrakten, die auf Nicht-Euro-Märkten eröffnet wurden, z.B. auf dem Chicagoer CME, lauten die Margen und der Kontraktwert auf US-Dollar. Somit besteht ein Wechselkursrisiko.

Die Wertstellung der für den Future-Kontrakt zu leistenden Einschuss- und anschließenden Nachschussmargen erfolgt am Folgetag.

Besteuerung

Wie am Aktienmarkt wird auf die Gewinne eine Kapitalertragssteuer in Höhe von derzeit 12,50% erhoben. Für Investoren mit Steuersitz außerhalb Italiens gilt: Directa behält keinerlei Steuern auf Zinsen oder Kapitalgewinne ein. Auch wenn täglich Aus- und Einzahlungen zwecks Wahrung der erforderlichen Sicherheitsleistung (Marge) erfolgen, wird der steuerliche Gewinn bzw. Verlust ausschließlich zum Zeitpunkt der Schließung der Position ermittelt.

Marge

Zum Zeitpunkt des Kaufs bzw. Verkaufs eines Future-Kontrakts wird zur Deckung der Position eine Sicherheitsleistung ("Marge") vom Broker verlangt. Dabei kann es sich um einen prozentualen Anteil am Wert des Basiswerts, wie z.B. beim Future auf den S&PMib Index, oder um einen festen Betrag handeln, wie z.B. beim Future auf den DAX der Fall.

Am Ende jeder Börsensitzung bucht das italienische Clearinghaus Cassa di Compensazione vom Margin-Konto der Kontrahenten, deren Futures Kursverluste verzeichnen, einen entsprechenden Betrag ab, um ihn auf das Margin-Konto der Kontrahenten, deren Futures Kursgewinne verzeichnen, zu überweisen. Somit werden die Gewinne tagtäglich eingezahlt und die Verluste abgezogen.

Die Gewinne können mit Valuta am Folgetag entnommen werden, während die fehlende Marge im Fall von Verlusten nachgeschossen werden muss. Ansonsten erfolgt die Zwangsglattstellung der Position.