Handeln mit Futures

Stand: 9. Juni 2015

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1) Bedingungen
2) Sicherheitsmarge
3) Wertstellung
4) FTSE/Mib Futures- und Mini FTSE/Mib-Kontrakte
5) Glattstellung
6) Risiken
7) Stop Order
8) WAP
9) Personalisierung der Handelsplattform

1) Bedingungen
Die Gebühren (pro Kontrakt) können entweder fix oder degressiv sein:

FESTE GEBÜHREN:

STKF: 2,5 €
CME: 6 $ - CME Fx: 3 $ (Micro 1 $) - CME CBOT: 8 $
FTSE MIB, FDAX: 6 €
MINI, ESTX50, FBUND, CAC40: 4 €
DURUM WHEAT FUTURE: 40 € (0 € Gebühren pro Kontrakt von April 2013 bis Februar 2014)

DEGRESSIVE GEBÜHREN:

MINI, ESTX50, FBUND, CAC40: 8 bis 1,5 €
FTSE MIB, FDAX: 9 bis 2,5 €
CME: 9 bis 2,5 $

Zur Ermittlung der jeweiligen Gebührenstufe werden die bisherigen Ausführungen zusammengezählt, unabhängig davon, ob sie FTSE MIB, MINI, MTA, SEDEX, EUREX, LIFFE oder CME betreffen:

Für die erste Aktien-/SEDEX-/FTSE MIB-/MINI-Order am Tag wird die erste Gebührenstufe (8 € für Aktien, SEDEX und MINI; 9 € für FTSE MIB; 9 $ für CME) und für die zweite Order die zweite Gebührenstufe (7 € für Aktien, SEDEX und MINI; 8 € für FTSE MIB; 8 $ für CME) berechnet, selbst wenn diese weitere Order ein anderes Finanzinstrument betrifft. Mit jeder weiteren Order sinkt die Gebühr schrittweise bis auf 3 € für Aktien, SEDEX und MINI, 4 € für FTSE MIB und 4 $ für CME ab der 6. bis zur 25. Ausführung. Ab der 26. bis zur 50. Ausführung fällt die Gebühr auf 2 € für MTA, SEDEX, MINI FTSE MIB, FBUND und FESX, 3 € für
FTSE MIB und FDAX und 3 $ für CME-Futures. Ab der 51. Ausführung bis zum Tagesende wird eine Mindestgebühr von 1,5 €, 2,5 € bzw. 2,5 $ erhoben.


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ZU HINTERLEGENDE MARGEN: Klicken Sie hier.

AKTUALISIERUNG DER MARGEN: 10.15 Uhr

GÜLTIGKEIT DER ORDER: tagesgültig; auf IDEM, AGREX und EUREX sind auch mehrtägige Order möglich

GÜLTIGKEIT DER STOP-ORDER: tagesgültig

VALUTA: der Folgetag

HANDELSZEITEN

2) Sicherheitsmarge

Die zu hinterlegende Sicherheitsmarge variiert je nach Future-Kontrakt und wird bei Schließung der Position zurückerstattet.
Bei italienischen Futures beträgt die Marge einen prozentualen Anteil am Nominalwert des Kontrakts, während an der Eurex und am CME eine feste Marge pro Kontrakt gefordert wird.
In der Tabelle sind die von Directa geforderten Margen aufgeführt.

Nehmen wir einmal an, bei Börsenschluss hat ein Kunde noch eine Position in Futures offen:


Ist die Differenz positiv, d.h. der Preis des Futures ist gestiegen, weisen die LONG-Positionen einen GAIN (Gewinn) und die SHORT-Positionen einen LOSS (Verlust) auf. Das Umgekehrte gilt, wenn die Differenz negativ ausfällt.
Schauen wir uns einmal die Positionen des Kunden in vier unterschiedlichen Fällen an:

POSITIVE DIFFERENZ:

1) LONG GAIN = Der Kunde streicht die Differenz zwischen dem GAIN und der im Vergleich zum Vortag höheren Marge ein.

2) SHORT LOSS = Der Kunde zahlt die Differenz zwischen dem LOSS und der im Vergleich zum Vortag höheren Marge.

NEGATIVE DIFFERENZ:

3) LONG LOSS = Der Kunde zahlt die Differenz zwischen dem LOSS und der niedrigeren Marge.

4) SHORT GAIN = Der Kunde streicht die Differenz zwischen dem GAIN und der niedrigeren Marge ein.

Achtung: Wird eine feste Marge verlangt wie an der EUREX oder dem CME, erhöht sich die Position des Kunden einfach nur um den GAIN oder verringert sich um den LOSS, ohne die Margen anzupassen.


3) Wertstellung

Was Verfügbarkeit und Valuta betrifft, erfolgt die Wertstellung von Transaktionen am Aktienmarkt innerhalb von zwei oder drei Tagen (dies ist vom Future abhängig), während Future-Kontrakte bereits am Folgetag verbucht werden. Folglich resultieren aus dem Verkauf einer Aktie keine liquiden Mittel zur Begleichung der Marge/des Loss einer offenen Future-Position. Bei der Glattstellung eines Future-Kontrakts werden dagegen liquide Mittel frei, die für den Erwerb von Aktien verwendet werden können.
Bereits im November 2006 bildete Directa eine Rücklage, um diese und weitere Wertstellungsdifferenzen mit einem zinslosen Darlehen zugunsten seiner Kunden zu überbrücken. Unabhängig davon bietet Directa seinen Kunden die Möglichkeit, ihre verfügbaren Mittel in Echtzeit zu berechnen: Dadurch wird das Trading viel einfacher, da der Kunde jederzeit seine Kaufkraft für Aktien und Derivate ohne Weiteres überprüfen kann.


4) FTSE MIB Futures- und Mini FTSE MIB-Kontrakte

Beim Mini FTSE MIB-Future und dem FTSE MIB-Future handelt es sich um gleiche Kontrakte mit dem gleichen Verfallsdatum. 1 FTSE MIB-Future entspricht 5 Mini FTSE MIB-Futures. Auf entsprechenden Wunsch erlaubt das italienische Clearinghouse CCG, einen FTSE MIB-Future durch fünf Mini FTSE MIB-Futures zu ersetzen.

Ein Anleger kann zum Beispiel 1 FTSE MIB erwerben, 1 Mini FTSE MIB verkaufen und dadurch mit 4 Mini FTSE MIB long sein. Verkauft er anschließend einen FTSE MIB, so ist mit einem Mini FTSE MIB short.
Mit Directa kann man Käufe und Verkäufe von FTSE MIB und Mini FTSE MIB nach Belieben mischen, wobei die beiden Futures - bei gleichem Verfallsdatum – zusammen abgerechnet werden. Hat der Anleger zum Beispiel 7 Mini FTSE MIB hintereinander gekauft, so sieht er am Bildschirm "1 FTSE MIB + 2 Mini FTSE MIB" und kann je nach Kursentwicklung mit beiden Futures handeln.

Nehmen wir zum Beispiel an, der Anleger ist mit 3 Mini FTSE MIB short und er beschließt angesichts der Marktentwicklung, nicht nur die Short-Position zu schließen, sondern eine Long-Position aufzubauen, indem er das so genannte "Stop and Reverse" ausführt. Anstatt in diesem Fall eine bestimmte Anzahl von Mini FTSE MIB zu kaufen, könnte es für ihn günstiger sein, einen FTSE MIB-Future zu erwerben, um bei entsprechender Kursentwicklung von der geringeren Gebührenbelastung des Einzelkaufs zu profitieren. So entstünde aus einer Short-Position mit 3 Mini FTSE MIB eine Long-Position mit 2 Kontrakten.



5) Glattstellung

Bei einer ungünstigen Kursentwicklung, d. h. einem sinkenden Future-Preis im Fall einer Long-Position und einem steigenden Future-Preis im Fall einer Short-Position, muss der Anleger die Sicherheitsmargen (und/oder den Loss) nachschießen. Angesichts der Kürze der Zeit (binnen 10.10 Uhr des Folgetages) kann er dabei folgendermaßen vorgehen:


Wenn zum Beispiel ein Anleger mit einem FTSE MIB short ist und wegen eines Kursanstiegs die Marge anpassen muss, aber weder im Derivate-Konto noch im Aktienkonto über ausreichend Liquidität verfügt, könnte er die Position teilweise auflösen, indem er 1 Mini FTSE MIB kauft (und somit mit 4 Mini FTSE MIB short geht). Im Fall von FDAX oder Mini Nasdaq 100 müsste er einen Kontrakt schließen.

Schießt der Kunde nicht innerhalb der ersten Handelsstunde die fehlende Marge nach, ergreift Directa gegebenenfalls die für notwenig erachteten Maßnahmen, um seine Position zu verringern oder glattzustellen.

6) Risiken

Was ist der Unterschied zwischen einem Future und einem Covered Warrant?
Beide Papiere sind zwar Derivate mit einer Hebelwirkung, doch es handelt sich um zwei grundlegend unterschiedliche Finanzinstrumente.

CW haben den Vorteil, nie mehr als das investierte Kapital zu riskieren: Wer für 10.000 Euro CW kauft, kann "höchstens" 10.000 Euro verlieren, wird sich aber nie verschulden.
Dagegen kann der Verlust bei Futures auch das anfänglich investierte Kapital übersteigen.
CW sind häufig nicht sehr liquide und bei der Preisbildung mangelt es an Transparenz. Da der Kursverlauf sehr stark von der Verwaltung des Titels durch den Market Maker abhängt, endet der Handel mit CW oft in einem "Duell" mit dem Market Maker.

Bei den liquideren Futures gibt es zahlreiche Gegenparteien, die Spreads sind sehr gering und die Preise ändern sich sehr schnell. Daher ergeben sich häufiger Scalping-Gelegenheiten, die aber auch schwieriger wahrzunehmen sind.
Wer sich mit dem Handel von CW vertraut gemacht hat und nun Futures handeln möchte, wird sich auf gänzlich unbekanntem Terrain wiederfinden. Viele der mit CW erworbenen Techniken sind hier nicht anwendbar.


7) Stop Order

Für den Kauf und Verkauf von Futures stellt die Börse die Funktion Stop Order zur Verfügung, die beim Aktienhandel von Directa selbst verwaltet wird.
Die Eingabe der Stop Order erfolgt auf der Handelsplattform von Directa mit den gleichen Bedingungen und Parametern wie im Fall von Stop Ordern im Aktienbereich. Die Order werden "sofort" an den Markt weitergeleitet und bleiben NUR BIS ZUM BÖRSENSCHLUSS oder bis zum Eintritt der festgelegten Preisbedingungim EUREX-System. Bei Eintritt der Bedingung entsteht eine normale Kauf- oder Verkaufsorder.

Nehmen wir einmal an, Sie sind mit einem Future long, während der Marktpreis 21.000 Euro beträgt. Sie bieten den Future mit einem Limit von 21.100 Euro zum Verkauf an und gleichzeitig geben Sie eine Stop Order zum Preis von 20.950 Euro ein. Steigt der Markt und wird die Order mit 21.100 Euro ausgeführt, wird die Stop Order nicht automatisch annulliert. Würden Sie also vergessen, die Stop Order zu löschen, und der Marktpreis fällt auf 20.950 Euro, würde der Auftrag ausgeführt und Sie wären dann mit einem Future-Kontrakt short.
Mit der Einführung der OCO-Order auf den Futures-Märkten gibt es ein Instrument mehr, um diesem Problem aus dem Weg zu gehen.

Achtung:


8) Personalisierung der Handelsplattform

Das Eintragen der Futures in die Kurslisten der normalen Version der Handelsplattform erfolgt über das Menü "Einstellungen", "Derivate", FIB (FTSE MIB und MINI), STKF (Futures auf italienische Aktien), EUREX und CME.

Sie brauchen nur einen der Kontrakte FTSE MIB und Mini FTSE MIB einer bestimmten Laufzeit hinzuzufügen. In der Kursliste erscheint automatisch auch der andere Kontrakt des Paares.

Es gibt darüber hinaus drei Listen mit den beiden Laufzeiten, die als nächstes ablaufen: STKF für Futures auf italienische Aktien sowie EUREX-LIFFE und CME für Futures, die auf diesen Märkten gehandelt werden.